Brigitte Dams

Die Materialien aus denen Brigitte Dams ihre Skulpturen und Rauminstallationen schafft erscheinen auf den ersten Blick profan. Fahrrad- oder Feuerwehrschläuche, Gummikübel oder Stahlträger, ausrangierte Alltagsgegenstände werden metaphorisch in neue komplexe Sinnzusammenhänge gestellt. 

 

Die Eigenschaft des Materials, für das Werk von Brigitte Dams signifikant elastische dehnbare schwarze Gummischläuche, wird genutzt. Scheinbar endlose Schläuche werden nach strengem System geordnet und verflochten oder dem Prinzip des Zufalls folgend ineinander gedreht und fast netzartig miteinander verwoben und verschlungen. 

 

Raumkörper entstehen, die, mal auf den Boden, dann auf die Wand bezogen, stets raumgreifend wirken. Die ursprünglich „armen“ Materialien werden zu geheimnisvollen körperhaften Gebilden mit beinahe anrührend lyrisch-poetischer Ausstrahlung. Assoziationen an existentielle menschliche Befindlichkeiten werden wach. Emotionale Zustände wie Schutzbedürftigkeit, die Suche nach Halt oder In- sich- gekehrt –sein werden ebenso thematisiert wie Verbundenheit, Halt geben und Beschützen. Oft sind die Schläuche so systematisch und dicht miteinander verbunden, dass sie sich dem Betrachter entziehen, nur die äußere Hülle und Oberfläche preisgeben, Wesentliches aber verbergen. Andere sind so locker miteinander verwoben, dass die Dehnung des Gummis an der Wand sie beinahe vor die Zerreißprobe stellt und die Gebilde ihre Fragilität und Durchschaubarkeit dem Betrachter schutzlos offen legen. Die körperlichen Gestalten scheinen in Wandlung begriffen zu sein, fast abwesend und doch schon in Entwicklung zu neuer Präsenz.  

 

Dabei strahlen die Arbeiten eine fast kontemplative Ruhe aus, zwingen den Betrachter behutsam zu schauen, lassen Wesentliches zunächst unentdeckt, umkreisen das Geheime und geben es nur zum Teil preiss.